EAK Kreisverband Wesel

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Kommentare und Analysen

Massentierhaltung- Die Geflügelpest sollte uns die Augen öffnen

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Die Geflügelpest ist eine Krankheit, die seit mehr als 100 Jahren bekannt ist und vor allem Wasser-und Hühnervögel befällt, und nicht selten tödlich für diese Tiere verläuft. Aufgetreten ist sie immer wieder, ohne größere "Schäden" anzurichten. Seit 11 Jahren scheint sich die Lage aber dramatisiert zu haben. Nicht in den Wildvogelpopulationen, da gibt es zwar immer wieder tote Tiere, in denen das Virus gefunden wird.Wohl aber in etlichen Nutzgeflügelbeständen, besonders aufsehend erregend in Massentierhaltungen mit zehntausenden Tieren auf engstem Raum. Für viele Menschen ist diese Haltungsform von Nutztieren schon lange inakzeptabel, auch wir als Christen fragen uns, ob das der richtige Umgang mit der uns anvertrauten Schöpfung ist. Durch das aktuelle Seuchengeschehen in der Geflügelhaltung sind alleine diesen Winter schon 800000 Vögel gestorben, allerdings die wenigsten durch das Virus direkt sondern vielmehr durch vorbeugende Massenkeulungen in Betrieben, in denen das Virus nachgewiesen wurde. Das gibt es so erst seit wenigen Jahren, die Krankheit an sich aber schon seit über 100 Jahren. Geändert hat sich in dieser Zeit lediglich unser Umgang mit Nutztieren. Vor 30 Jahren noch war bäuerliche Kleinhaltung die Regel, Massenställe mit bis zu 100000 Tieren die Ausnahme. Das hat sich nun umgekehrt, da liegt der Schluss doch Nahe, dass die veränderten Haltungsbedingungen, zumindest indirekt,die Dramatik des Seuchengeschehens erst möglich machen. Auch wird eine Mutation des Virus, möglicherweise in die Richtung, dass eines Tages auch Menschen betroffen sein könnten, durch enge Haltung ohne Sonne und Frischluft, begünstigt. Dass die prophylaktische, flächendeckende Gabe von Antibiotika in der Massentierhaltung mit zur Bildung von resistenten Bakterien beigetragen hat, ist kein Geheimnis.

Somit ist die immer industrialisiertere Haltung von Nutztieren nicht nur ein Missbrauch der Schöpfung, sondern kann sich zu einer konkreten Gefahr für die Menschen entwickeln. Wir fordern alle Verantwortlichen auf, sich zu diesem Thema zu informieren und ihre eigene Haltung dazu gegebenenfalls zu überdenken.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 21. Februar 2017 um 20:42 Uhr
 

"Warum der Islam nicht zu Deutschland gehört"

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Die Debatte, seinerzeit besonders ausgelöst durch Ex-Bundespräsident Wulffs persönliche, umstrittene Behauptung, der 'Islam gehöre zu Deutschland', hält an. Dazu fanden wir jetzt einen sehr guten, einen sehr nüchtern analysierenden Artikel .  In der Zeitschrift "souverän" (Ausgabe 3 / 2012), herausgegeben von der Senioren-Union Deutschlands, schreibt die vielfach ausgezeichnete Buchautorin Monika Maron:

"Der Islam gehört zu Deutschland? Keineswegs. Das Recht, Glaubensrichtungen und Überzeugungen zu leben, heißt noch lange nicht, dass sie unsere Vorstellung von Gesellschaft prägen.

Zu Helmut Schmidt gehört die Zigarette, zu Italien die Pasta, zu Berlin gehört die Spree, Adam zu Eva und das Amen zur Kirche. So bezeichnen wir umgangssprachlich einen selbstverständlichen, fast sprichwörtlichen Zusammenhang von Dingen oder Personen. Solchen Selbstverständlichkeiten hat Christian Wulff den Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ hinzugefügt und ihn als bedeutendste Erinnerung an seine kurze Amtszeit hinterlassen. Als er zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit die Deutschen mit dieser Behauptung überraschte, löste er noch eine heftige Diskussion aus. Jetzt scheint  es, als hätte die stete Wiederholung diesem Satz, der inzwischen als Wulffs größtes Verdienst gilt, eine bedingungslose, gesetzeskräftige Autorität verliehen.

Das Fragwürdige des Satzes liegt in seiner gleichzeitigen Eindeutigkeit und Unschärfe. Er duldet keinen Widerspruch. Der Islam gehört zu Deutschland. Punkt, Schluss. Er erlaubt nicht einmal eine Nachfrage.

Auch die Scharia, die dem Islam Inhalt und Gestalt gibt? Und welche Glaubensrichtung, schiitisch, sunnitisch, alevitisch, ismailitisch, ahmadiyyadisch, salafistisch, auch? Gehören auch die innerislamischen Glaubenskämpfe zu Deutschland? Auch die Benachteiligung der Frauen? Ehe dieser Satz so unkommentiert in den Boden des deutschen Grundgesetzes gerammt wird, sollte wenigstens allen deutschen  Staatsbürgern hinreichend erklärt werden, welche Konsequenzen er nach sich zieht und welche Kollisionen mit anderen Selbstverständlichkeiten, die seit der Aufklärung zu Deutschland gehören,  unausweichlich wären. Die Salafisten belehren uns gerade, wie es aussieht, wenn Muslime den Koran tatsächlich so ernst nehmen, wie er es von ihnen verlangt. Wer auf Youtube gesehen hat, wie der  oberste Prediger der Salafisten in Deutschland muslimische Knaben indoktriniert, kann nur erschrecken.

Und es beruhigt nicht wirklich zu hören, dass nur vier- oder fünftausend Salafisten in Deutschland leben und die wenigsten von ihnen Terroristen sind, wenn man gleichzeitig weiß, dass als Salafisten die nicht-saudischen Wahabiten bezeichnet werden, der Wahabismus aber Staatsdoktrin im reichen Saudi-Arabien ist, das seine religiös-dogmatischen Verbündeten weltweit unterstützt und finanziert.

Es ist nicht nur leichtfertig, sondern verantwortungslos, dem Islam seine Zugehörigkeit zu Deutschland zu bescheinigen, ohne gleichzeitig klar zu benennen, wie er sich reformieren muss, um kein Fremdkörper in einem säkularen und demokratischen, die Freiheitsrechte des Individuums achtenden Staat zu bleiben. Nun hat Volker Kauder den Wulff'schen Satz vom Kopf auf die Füße gestellt: Die Muslime, die hier leben, gehören zu Deutschland, nicht aber der Islam. Der Protest der muslimischen Verbände war vorhersehbar. Aber warum protestieren auch die SPD, die Grünen, die FDP? Warum beten sie alle Wulffs gedankenlose Parole nach, als ginge es jetzt schon darum, die Wahlen von 2030 zu gewinnen, wenn in den Ballungsgebieten wahrscheinlich mehr Muslime als Christen, Atheisten,  Juden und Hindus zusammen leben werden?

Die Muslime genießen die im Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit wie alle Bürger dieses Landes, gleichgültig, welcher Religion sie angehören. Daraus schließt die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: „Der Islam ist eine der Religionen, die in Deutschland ausgelebt werden. Deshalb gehört der Islam natürlich zu Deutschland.“ Nun bedeutet die Formulierung „Der Islam  gehört zu Deutschland“ aber mehr, als dass in Deutschland Menschen leben, deren Religion der Islam ist. In Deutschland werden viele Religionen und Ideen ausgelebt, gute und böse, ohne dass wir ihnen  diese bekenntnishafte Formel zugestehen würden. Niemand käme auf die Idee zu behaupten: Der Hinduismus und der Konfuzianismus gehören zu Deutschland, obwohl hier Inder und Chinesen leben.  Schon gar nicht würden wir sagen wollen: Der Rechtsradikalismus gehört zu Deutschland, obwohl wir leider zur Kenntnis nehmen müssen, dass auch der Rechtsradikalismus hier ausgelebt wird.

Die Anwesenheit von Glaubensrichtungen oder Überzeugungen, auch das Recht, sie zu leben und zu propagieren, heißt doch nicht, dass sie zu unserer Vorstellung von der Gesellschaft gehören, in der wir  leben wollen. Und der Islam in seiner gegenwärtigen Verfassung mit seinem politischen Anspruch kann schon aus rechtlichen Vorbehalten so uneingeschränkt nicht zu Deutschland gehören. Dem Islam  steht seine Aufklärung, die das Christentum schon vor mehr als 200 Jahren erdulden musste, noch bevor. Bis dahin aber wünsche ich innigst, dass er nicht zu Deutschland gehört. Mag sein, dass Männer  die Probleme gelassener sehen, als Frau kann ich das nicht.

Ich frage mich auch, warum unter dem Dach der Religionsanstalt Ditib, die der Leitung, Kontrolle und Aufsicht des Staatlichen Präsidiums für religiöse Angelegenheiten der Türkei und damit indirekt dem  türkischen Ministerpräsidenten untersteht, mehr als 800 türkische Beamte in Deutschland dafür Sorge tragen dürfen, dass ihre ehemaligen Landsleute ihrem Herkunftsland und traditionellen Religionsverständnis möglichst eng verbunden bleiben, und ihnen damit die allmähliche Verschmelzung mit der deutschen Gesellschaft erschweren oder sogar unmöglich machen.

Seit 20 Jahren gewöhnen wir uns nun daran, dass wir nicht mehr Bundesbürger und DDR-Bürger sind, sondern einfach Deutsche, wie die Bewohner anderer Länder einfach Polen, Engländer, Franzosen oder Türken sind. Ich möchte nicht, dass man mich jetzt mit der rassistischen Bezeichnung Bio-Deutsche belegt, wie ich auch gerne auf die Klassifizierung „mit Migrationshintergrund“ verzichten würde, wenn die so Genannten sich auch als Deutsche verstehen wollten, weil sie hier geboren wurden, vielleicht sogar schon ihre Eltern, weil wir alle gemeinsam hier leben und weil es mir gleichgültig ist, an welchen Gott jemand glaubt, solange es dem anderen auch gleichgültig ist.

Das heißt aber nicht, dass außer seinen Gläubigen auch gleich der zugewanderte Gott in das deutsche Selbstverständnis integriert werden muss, unabhängig davon, ob der Islam eine prägende Rolle für die deutsche Kultur gespielt hat oder nicht. Hätte er das, hätte er vermutlich wie das Christen- und das Judentum seine Aufklärung erlebt. Oder Deutschland wäre heute ein islamisches Land."

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 06. März 2013 um 13:57 Uhr
 

Entwicklungshilfe

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Der EAK Wesel begrüßt ausdrücklich die folgende Stellungnahme des Bundesvorsitzenden der Senioren-Union der CDU Professor Otto Wulff zur Entwicklungshilfe. Aus evangelischer Verantwortung ist dem uneingeschränkt zuzustimmen. Lesen Sie hier die entsprechende Pressemitteilung (19.6.2011):

Deutschland sollte die Gewährung von Entwicklungshilfe nach Ansicht von CDU-Bundesvorstandsmitglied Otto Wulff mehr als bisher auch davon abhängig machen, ob im Empfängerland Meinungs- und Religionsfreiheit herrschen. In einem heute in Berlin vorab veröffentlichten Beitrag für das Mitglieder-Magazin "Souverän" der Senioren-Union (SU) forderte der Vorsitzende der zweitgrößten CDU-Bundesvereinigung (57000 Mitglieder) strengere Maßstäbe an die Mittel-Vergabe zu legen.

"Wie und womit wollen Demokraten eine nicht unerheblich aus Steuermitteln finanzierte Entwicklungshilfe rechtfertigen, die nicht verbunden ist mit Forderungen nach Meinungs- und Glaubensfreiheit in den Gegenden, wo auch Christen verfolgt werden", schreibt Wulff. Werte wie Menschenrechte und Glaubensfreiheit verlangen nach den Worten des CDU-Politikers "Konsequenz und stehen für ehrenvolles Verhalten."

Der SU-Chef wies darauf hin, dass noch immer mehr als 100 Millionen Christen in über 50 Ländern "ihres Glaubens wegen Repressalien ausgesetzt sind und in ständiger Angst vor Verfolgung und Gewalt leben müssen." Dabei seien schwere Körperverletzungen bis hin zu Mord nicht selten, ohne dass die Täter zur Rechenschaft gezogen würden.

An die in Deutschland lebenden Ausländer appellierte Wulff, sich "stärker als bisher mit ihrer Stimme in ihren Herkunftsländern bemerkbar zu machen, um auf die ihnen in Deutschland verfassungsrechtlich garantierte Glaubens- und Religionsfreiheit hinzuweisen, die Christen und anderen religiösen Minderheiten jedoch in ihrer früheren Heimat verwehrt bleibt."

 

Klimawandel

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Es ist erst fünf Jahre her, da fanden sich in Zeitungen Karikaturen zu Weihnachten mit Palmen am Brandenburger Tor. Der Klimawandel sollte es möglich machen. Nun heißt es, in der deutschen Hauptstadt und vielen anderen Regionen habe es seit 110 Jahren noch nie so viel Schnee gegeben. Wir hätten den kältesten Dezember seit mehr als 40 Jahren erlebt. Nach all den Klimaprognosen über die Erderwärmung ist freilich kaum jemand darauf vorbereitet gewesen, obwohl bereits der Winter 2009/10 ungewöhnlich hart war. Damals aber hieß es, das sei eine absolute Ausnahme. Entsprechend waren jetzt erneut weder die Bahn noch Autobahnmeistereien noch erst recht der Flugverkehr genügend gewappnet.

Wenn doch die Kirchen stattdessen ...
Dass sich das Klima ständig erwärmen soll, ist seit Jahren zu einem Dogma geworden, mit dem nicht nur Milliarden verdient werden, sondern an  das auch in den Kirchen offensichtlich mittlerweile mehr glauben als an die Jungfrauengeburt Jesu. Sonst wäre es nicht erklärbar, dass es so gut  wie keine Synode in den 22 deutschen Landeskirchen gibt, die sich nicht vehement dem Thema widmete – einschließlich der EKD. Die  Evangelische Kirche in Mitteldeutschland hat am 2. Januar sogar die Kampagne gestartet: „Klimawandel – Lebenswandel“. Manche Kirchenleute  sind öffentlich wesentlich mehr bekannt durch ihre Warnungen vor Klimaänderungen als durch die Ermutigung zum Glauben an Gott.  Wissenschaftler, die erklären, dass es schon immer Zeiten gegeben habe mit heißen Sommern und milden Wintern, werden gelissentlich überhört.  Selbst der jüngste Skandal, bei dem herauskam, dass führende Klimaforscher Daten zugunsten ihrer Thesen von der ständig zunehmenden Erwärmung der Erde gefälscht haben sollen, wurde bislang nicht breit diskutiert. Auch die Tatsache, dass sich seit 1998 die globale Temperatur nicht weiter erhöht hat, lässt keinen in seinen Warnungen innehalten.

Christen müssten es besser wissen
Dabei müssten Christen es besser wissen. Der Schöpfer des Klimas selbst hat nach der Sintlut versprochen: „Solange die Erde steht, soll nicht  aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ (1. Mose 8,22). Gleichzeitig hat er uns aufgefordert, die  Schöpfung zu bewahren. Und so ist es natürlich sinnvoll, weniger Auto zu fahren und mehr Bahn und Bus zu benutzen, wie überhaupt sparsam  mit der Energie umzugehen. Aber doch nicht mit dem Unterton, damit könnte ein Weltuntergang verhindert werden! Statt gelassen auf  entsprechende Propheten zu reagieren, haben kirchliche Gremien manches sogar noch verstärkt. Wie viel Zeit und Energie hätte man stattdessen einsetzen können für die Kernaufgabe der Kirche: den Ruf zur Umkehr zu Gott? Denn wer zu Gott umkehrt, weiß, wem er die Schöpfung  verdankt und wie er sie behandeln sollte.

Gottes Humor
Oder könnte es gar sein, dass uns Gott mit den letzten beiden Wintern zeigen will, dass er Humor hat? Wie heißt es doch im Psalm 2,4: „Aber der im Himmel wohnt, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer.“ Er lacht über die, die meinen, sie könnten allein über das Schicksal der Welt  bestimmen.

Quelle: Helmut Matthies am 6. Januar 2011 in der Zeitschrift "Idea spektrum"

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 12. Januar 2011 um 19:29 Uhr