EAK Kreisverband Wesel

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Aktuelles

Israel – Wo stehen wir?

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von Johann Krieger

Die jüngsten Auseinandersetzungen im Nahen Osten entsetzen wohl uns alle, und niemand kann es gut finden, wenn Konflikte eskalieren und Menschen getötet werden. Wer die Schuld daran trägt, ist schwer zu ermitteln; auf der einen Seite Israel, dass seine volle militärische Kraft einsetzt und tote Zivilisten in Kauf nimmt, auf der anderen Seite die Hamas und ihr nahestehende Banden, die durch ihre Terroraktionen Israel immer wieder provozieren(und das ohne jegliche Aussicht auf Erfolg), und dies in dem Wissen, dass die Reaktion darauf viele Menschenleben kostet. Formal gesehen ist Israel hier eindeutig im Recht, man stelle sich diesen Krieg mal mit anderen Akteuren vor: Österreichische Terroristen beschießen immer wieder bayrische Grenzgebiete mit Raketen, und die Österreichische Regierung unternimmt nichts um diese zu stoppen. Wer würde Deutschland verurteilen, wenn es die Bundeswehr einsetzt um solche Angriffe zu verhindern? Deutschland und Österreich können in diesem Exempel gerne gegen beliebige, benachbarte Staaten ausgetauscht werden(USA – Kanada, Portugal – Spanien…)Natürlich muss es jedem frei stehen, die eine oder andere Partei für ihr Vorgehen zu kritisieren, auch Kritik an der Regierung Israels muss erlaubt sein. Diese wird reichlich geübt, man mag dazu stehen wie man will.

Aber ist nicht dieser Konflikt eine Art Stellvertreterkrieg zweier Weltreligionen? Auf der einen Seite Israel, der einzige jüdische Staat der Welt, auf der anderen Seite in diesem Fall der Gaza-Streifen, unterstützt und solidarisch behandelt von der ganzen arabisch/islamischen Welt. Sieht man sich diese beiden Kulturkreise mal genauer an, müsste eigentlich klar werden, dass die Juden für niemanden eine Gefahr darstellen, sie fangen keine Kriege an, bedrohen ihre Nachbarn höchstens präventiv und reagieren nur auf ein Umfeld, in welchem sich der Staat Israel in seiner ganzen Geschichte nie sicher sein konnte. Würde Israel auf dem Gebiet Hollands liegen hätte Israel sicherlich kein so hochgerüstetes Militär, sondern wäre partnerschaftlich in Europa eingebunden. Auch die Argumentation, die von Israel besetzten Gebiete seien ein Ausdruck der Aggression, ist unsinnig, bedenke man doch bitte, dass Deutschland nach den beiden Weltkriegen kleiner geworden ist. Die Sieger haben sich ihren Teil genommen, und wer heute behauptet, eigentlich sei Ostpreußen Deutsch, gilt schnell als Nazi. Allerdings hat Israel nicht mit dem primären Ziel Gebiete besetzt, sein Territorium zu vergrößern, sondern genau diese Gebiete unter seine Kontrolle gebracht, die von seinen Gegnern als militärisches Aufmarschgebiet genutzt wurden. Dass dort jetzt Siedlungen entstehen, kann man wieder finden, wie man möchte, aber wer wird fordern, die Franzosen sollten gefälligst den Elsass räumen. Auf der anderen Seite stehen die islamischen Länder, die nicht Müde werden, das Existenzrecht Israels in Frage zu stellen, Juden als etwas furchtbar böses darzustellen und gelegentlich sogar die Auslöschung derselben zu fordern und anzudrohen. Interessanterweise ist diese Solidarität mit den Palästinensern aber vorbehalten auf Aggressionen, denn weder Ägypten noch sonst ein nahöstliches Land, hat sich nach den diversen Kriegen im Nahen Osten auch nur einen Funken um die palästinensischen Flüchtlinge geschert.

Und als dritte Partei kommen wir als christlicher Westen ins Spiel. In unserer Presse wird kommentiert und analysiert, der Satz: „Kritik an der Politik Israels muss erlaubt sein“ ist ein Satz geworden, der jedes Phrasenschwein dick und prall machen würde. Gleichzeitig lesen wir, dass es in Europa zu gehäuften antisemitischen Aktionen kommt. Synagogen werden beschmutzt, Juden bedroht oder sogar angegriffen. Wir sind entsetzt, fühlen uns besonders als Deutsche an eine schreckliche Zeit erinnert. Nun ist es aber so, dass die unsäglichen Übergriffe auf Juden und jüdische Einrichtungen in Europa sämtlich von Moselms begangen werden, die hier in vermeintlicher Solidarität zu ihren Glaubensbrüdern agieren. Warum wird das in den Medien nicht erwähnt? Sind wir so sehr mit Integration mohammedanischer Migranten beschäftigt und reden uns diese schön, dass sich keiner mehr traut das Problem beim Namen zu nennen? Warum werden die Probleme, die aus bestimmten Kreisen der islamischen Welt stammen, nicht genannt? Es gibt wenige Länder in der Welt, die nicht Angst vor islamischen Terroristen haben. Es gibt kaum ein europäisches Land, in welchem nicht die Integration mohammedanischer Migranten ein problematisches Thema ist. Es gibt keine Religion, die teilweise derart aggressiv auftritt und expansivere Züge aufweist, als den Islam. Wobei dies natürlich nicht für die Mehrheit der Moslems gilt, gerade in Deutschland sehen wir, dass der Islam nicht zwangsweise derart offensiv und aggressiv gelebt werden muss. Und auch in anderen Ländern leben die meisten Moslems friedlich mit andersgläubigen Menschen zusammen. Wünschenswert wäre allerdings, dass sich Vertreter der islamischen Religionsgemeinschafften deutlicher von den gewaltbereiten Islamisten distanzieren und deren Handeln verurteilen.

Auch die Berichterstattung in unseren Medien ist oft einseitig kritisch gegenüber Israel. Zu Recht wird berichtet, wenn palästinensische Zivilisten bei Angriffen sterben. Es wird aber vergessen zu erwähnen, dass an die Drahtzieher des palästinensischen Terrors anders nicht heranzukommen ist, da diese sich bewusst in Gegenden verschanzen, die dicht von Zivilisten besiedelt sind. Raketen werden aus zivilen Gebäuden wie Schulen oder Wohngebieten abgeschossen, die Täter verschanzen sich hinter Zivilisten. Israel kann sich also weiter beschießen lassen, oder muss gezwungenermaßen in diese Gebiete vordringen. Etwas anders sieht es bei den Angriffen der Hamas auf Israel aus: hier wird gar nicht versucht, militärische Ziele zu treffen sondern bewusst Angst und Schrecken unter Zivilisten verbreitet.

Welches Ziel die Hamas da eigentlich verfolgt, ist auch mehr als unklar. Kein noch so fanatischer Kämpfer wird doch annehmen, dass sich durch Raketenangriffe und Entführungen die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 rückgängig machen ließe. Auch wird Israel durch immerwährende Angriffe wohl kaum seine Politik gegenüber dem Gazastreifen lockern.

Und dann ist da noch das globale Problem der Weltanschauungen. In Israel darf man religiös oder weltlich sein, man darf auf Partys gehen und Alkohol trinken, man darf monogam oder promiskuitiv sein, man darf sich scheiden lassen, ein ausschweifendes Leben führen. In keinem islamischen Land haben Bürger soviel Freiheit. Im Iran werden Frauen wegen Ehebruch gesteinigt, Männer zweimal!!! aufgehängt und Dieben die Hand abgeschlagen. Irgendwie erscheint Israel dann bei genauerer Betrachtung doch als eine Art Vorposten der Zivilisation in einer barbarischen Umgebung. Das dort nicht alles Gold ist, was glänzt(wo ist das schon so?) sollte aber nicht Grund sein, das Große und Ganze aus den Augen zu verlieren.

Vielleicht sind diese Tatsachen für den ein oder anderen ein Grund, seine Meinung nochmal zu überdenken. Zum Schluss noch eine Feststellung: Wenn ich wählen müsste, zwischen orthodoxen Juden oder zwischen radikalen Moslems zu leben, würde ich mich für die Juden entscheiden. Diese würden mich vielleicht verachten, aber nicht umbringen.

 

"ER ERHEBT DIE NIEDRIGEN." - Theologieprofessor und Kabarettist Okko Herlyn in Wesel-Büderich

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Im Anschluss an die EAK-Mitgliederversammlung (Beginn 18:30 Uhr) am 28.08.2014 findet ab ca. 19.30 Uhr in der Gaststätte "van Gelder" in Wesel-Büderich eine öffentliche Veranstaltung statt mit dem Thema:


ER ERHEBT DIE NIEDRIGEN.
Eine Antwort der Kirche auf eine Welt der Mühseligen und Beladenen.
Referent ist der Duisburger Theologieprofessor und Kabarettist Okko Herlyn.


Er geht in seinem Vortrag auf vielfältige Probleme der modernen Kirche ein. Unter anderem auf die Probleme der Vielen in unserem Land, die in der Kirche zu kurz kommen, und auf fehlende Antworten der real existierenden Kirche auf das, was die Menschen wirklich brauchen.


Im Anschluss an den Vortrag ist ausreichend Zeit für Nachfragen und vertiefende Diskussion.


Bringen Sie bitte auch viele interessierte Freunde und Bekannte mit!

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 07. August 2014 um 19:07 Uhr
 

Dem Antisemitismus entschieden entgegentreten

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Anlässlich der schier unfassbaren antijüdischen Hetzparolen von Seiten fanatischer Muslime auf pro-palästinensischen Demonstrationen der letzten Tage erklärt der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK) und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Rachel MdB:

„Es ist eine Schande und ein nicht zu duldender Zustand, wenn radikale Muslime auf deutschen Straßen offen und unverhohlen ihren abgründigen und menschenverachtenden Judenhass propagieren. Hier muss der deutsche Staat mit aller Härte und Konsequenz vorgehen und deutlich machen, dass Antisemitismus und Rassismus in unserer Mitte keinen Platz haben. Die Schranken der Meinungsfreiheit und des sittlich wie rechtlich Akzeptablen werden in empörender Weise überschritten, wenn auf pro-palästinensischen Demonstrationen Parolen skandiert werden wie ‚Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein‘ oder gar jüdische Mitbürger, Touristen aus Israel oder pro-israelische Demonstranten tätlich angegriffen werden.

Solche Handlungen verurteilen wir auf das Schärfste. Unsere Geschichte hat uns gelehrt, welch verheerende Folgen es hat, wenn dem Antisemitismus nicht schon in der Anfangsphase entschieden und mit allen rechtlichen Mitteln entgegengetreten wird. Es ist unsere historische Pflicht und aus unserem christlichen Glauben, in dem alle Menschen Gottes Geschöpfe sind, begründet, solchen Auswüchsen konsequent, unmissverständlich und unverzüglich entgegen­zutreten.

Ein ebenso entschiedenes Vorgehen ist gegen Hassprediger erforderlich, wenn diese, wie in Berlin geschehen und über YouTube verbreitet, ‚Allah darum bitten, diese zionistischen Juden zu vernichten‘. Solche und ähnliche Parolen fallen nicht unter die Religions- und Bekenntnisfreiheit des Artikels 4 GG, sie sind vielmehr unter religiösem Deckmantel versteckte Straftaten wie z. B. Volksverhetzung.

Wir erwarten von allen politisch Verantwortlichen, den Strafverfolgungsbehörden und der Polizei, die Möglichkeiten des Rechtsstaates voll auszuschöpfen und diese antisemitischen Umtriebe ohne jegliche Nachsicht zu unterbinden. Unsere jüdischen Mitbürger haben einen uneingeschränkten Anspruch darauf, sich in unserem Lande sicher fühlen zu können und ihren Glauben frei und ohne Angst zu leben.“

 

Zurück zur Familie

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Die Diskussion um gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften, ihren möglichen Familienstatus und Adoptionsrechte ist in vollem Gange. Nicht zuletzt angestoßen durch das sog. Familienpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland. Zur Problematik gibt  unser Vorstandskollege Johann Krieger sehr fundierte und beachtenswerte Denkanstöße:

 

Zurück zur Familie

 

Die klassische Familie, bestehend aus verheirateten Eltern mit gemeinsamen Kindern, ist diejenige Form des Zusammenlebens, die gesamtgesellschaftlich zu den wenigsten Problemen führt. Es handelt sich um ein jahrhundertelang bewährtes Modell, das sein Funktionieren in verschiedenen Zeiten und Situationen bewiesen hat. In dieser Hinsicht hat sich die Gesellschaft insoweit drastisch verändert, als dass die normale Familie nur noch eine von vielen Möglichkeiten des Zusammenlebens darstellt.

Allerdings sollte bedacht werden, dass die immer verschiedeneren, teils chaotischen, Formen des Zusammenlebens Experimente sind, deren Ausgang sowohl für die einzelnen Betroffenen als auch für die Gesellschaft ungewiss sind. Durch wechselnde oder nicht klar als Vater/Mutter definierte Bezugspersonen entstehen häufig nur noch lockere Bindungen, die Verlässlichkeit nimmt ab. Hieraus ergibt sich für den Staat die Aufgabe, eine Familienpolitik zu machen, die zum einen die klassische, bewährte Familie als Ideal darstellt, zum anderen sollte sie darauf abzielen, Menschen darin zu stärken, sich ihrer Familie zu widmen. In den letzten Jahren verstand man unter Familienpolitik hauptsächlich den Ausbau von Krippen, um Eltern die Möglichkeit zu geben, vermehrt zu arbeiten. Dies stellt aber keine Stärkung der Familie dar; es wurde vielmehr die doppelte Berufstätigkeit als Modell der Zukunft propagiert. Das führt zwangsläufig dazu, dass Menschen mehr Zeit auf der Arbeit und dadurch weniger Zeit zu Hause bei der Familie verbringen. Die wichtigsten Aufgaben der Familie, nämlich Erziehung und Förderung der Kinder, liegen dann bei der Gesellschaft.

Auch sollte sich Familienpolitik nicht auf Kinder beschränken, sondern generationenübergreifend sein. Angesichts einer immer größeren Zahl pflegebedürftiger Senioren ist zu fragen, was Kinder, die mit einem Jahr(oder jünger) in die Kita geschickt, anschließend in die Ganztagsschule gehen und dort verköstigt werden, daraus als Erfahrung mitnehmen. Zu befürchten ist, dass sie lernen, Aufgaben, die der eigenen "Entfaltung" im Wege stehen, dem Staat zu überlassen.

Werden Menschen mit einer solchen Sozialisation es als normal empfinden, sich um ältere, pflegebedürftige Angehörige zu kümmern, oder wird sich im Alter fortsetzen, was in der Kindheit gelernt wurde, nämlich, dass, sobald ein Mensch besondere Unterstützung braucht, gefälligst der Staat einspringen soll.

Auch aus einem anderen Aspekt heraus sollte der Staat den Menschen nicht höchst private Aufgaben abnehmen, denn sobald er dies tut, verlernen die Menschen die elementarsten Dinge. Wer weiß, dass der Staat einspringt, sobald es schwierig wird, der wird gar nicht erst versuchen, seine Probleme selbst zu lösen.

Und schließlich ist da noch das große Problem mit der Demokratie. Diese lebt ja bekanntlich von mündigen Bürgern samt ihren verschiedenen Meinungen und Überzeugungen. Nur: Wie sollen in einem sich um alles kümmernden Staat die Bürger ihre Mündigkeit bewahren? Und wie sollen sich Kinder, die einen großen Teil ihrer Zeit im Einfluss staatlicher Erziehung verbringen, zu individuell denkenden Menschen mit eigenen Wertvorstellungen entwickeln? Wie können Eltern ihre moralischen Vorstellungen an ihre Kinder weitergeben und diese zu kritischen Bürgern erziehen, wenn der Staat das Erziehungsmonopol hat.

Alle, die diese Befürchtungen zu pessimistisch finden, sollten nur einmal kurz an die sogenannte DDR oder das Dritte Reich denken.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 24. Mai 2014 um 19:54 Uhr
 

25 Jahre Rushdie-Fatwa

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Das Problem des Islam und des Islamismus wird künftig mehr und mehr unsere Aufmerksamkeit fordern und uns zu Gegenmaßnahmen zwingen. Dazu erschien am 14. Februar ein kurzer, aber sehr präzise analysierender Artikel des amerikanischen Politikwissenschaftlers Daniel Pipes ("de.danielpipes.org"). Wir drucken ihn mit seiner freundlichen Genehmigung ab.

Wolfgang Hemkens

 

"25 Jahre Rushdie-Fatwa

von Daniel Pipes
14. Februar 2014

Heute vor 25 Jahren erließ Ayatollah Khomeini sein Edikt gegen Salman Rushdie. Irans Revolutionsführer hatte etwas gegen den magisch-realistischen Roman Die Satanischen Verse, weil dieser den muslimischem Propheten Mohammed beleidige; er reagierte mit der Forderung nach der Hinrichtung Rushdies und "aller, die an der Veröffentlichung beteiligt und denen seine Inhalte bewusst waren".

Dass Rushdie in Indien geboren war, in Großbritannien lebte und keine bedeutende Verbindungen zum Iran hatte, machte dies zu einem nie da gewesenen Akt der Aggression - einem, der damals weithin Widerhall fand und in der Folge dauerhaften Einfluss hatte. In der Tat könnte man argumentieren, dass die Ära der "schleichenden Scharia" oder "Stealth-Jihad" oder "gesetzestreuen Islamismus" am 14. Februar 1989 mit der Ausgabe dieses kurzen Edikts begann.

Zwar ist Rushdie (66) am Leben und wohlauf (wenn er auch nicht gerade von Erfolg verwöhnt ist: mit seinen Schriften ging es nach den Satanischen Versen bergab), aber viele andere haben ihr Leben bei den Unruhen verloren, die um sein Buch entstanden. Schlimmer ist, dass der langfristige Einfluss des Edikts darin bestanden hat, die Möglichkeiten der Westler einzuschränken den Islam und damit zusammenhängende Themen frei zu diskutieren; das ist inzwischen als die Rushdie-Regeln bekannt geworden. Lange Beobachtung dieses Themas (einschließlich eines 1989 geschriebenen Buchs) führten mich zu der Schlussfolgerung, dass zwei Prozesse im Gang sind:

Erstens: Das Recht von Westlern, den Islam und Muslime zu diskutieren, zu kritisieren und sogar sich über ihn lustig zu machen, ist im Verlauf der Jahre ausgehöhlt worden.

Zweitens: Die freie Meinungsäußerung ist ein geringer Teil des Problems; auf dem Spiel steht etwas noch viel tiefer Gehendes - in der Tat eine definierende Frage unserer Zeit: Werden die Westler ihre eigene historische Zivilisation angesichts des Angriffs durch Islamisten beibehalten oder werden sie sie an die islamische Kultur und das islamische Recht abtreten und sich einer Art Bürgerschaft zweiter Klasse unterwerfen?

Die meisten Analysen der Rushdie-Regeln konzentrieren sich exklusiv auf das Wachstum des Islamismus. Doch es gibt zwei weitere, noch wichtigere Faktoren: Multikulturalismus, wie er praktiziert wird, untergräbt den Willen die westliche Zivilisation gegen islamistische Plünderungen aufrechtzuerhalten, während die Linken mit den Islamisten allgemein politisch gemeinsame Sache machen und diesen damit Zutritt verschaffen. Mit anderen Worten: Das Kernproblem liegt nicht beim Islam, sondern im Westen."

 


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